Der Ursprung

Die Geschichte des Räucherns ist fast so alt wie die Geschichte des Feuers. Mit der Entdeckung des Feuers in der Steinzeit fanden die Menschen einen besonderen Vorteil des Räucherns heraus: die Konservierung der Nahrungsmittel. Das machten sie sich zunutze.

Doch bald entdeckten die Menschen auch, dass der Rauch beim Verbrennen von harzreicher Rinde oder aromatischen getrockneten Pflanzenstoffen mehr konnte: Der Duft war wohltuend und vermochte die Stimmung positiv zu verändern. So entstand ein heidnischer Brauch. Dem entstandenen Aroma sagte man bald auch eine klärende und reinigende Wirkung nach. Doch auch andere Kulturen wie etwa die Kelten räucherten. Die Römer schickten zum Beispiel Bitten mithilfe des Rauchs zum Himmel, um eine Verbindung zu den Göttern aufzubauen. Die Heiligen im Christentum des Mittelalters räucherten, um Gott zu verehren.

Unsere Vorfahren in den letzten Jahrhunderten räucherten an bestimmten Tagen des Jahres und bei wichtigen Lebensereignissen. Sie verwendeten dabei vor allem heimische Pflanzenstoffe wie Wiesensalbei oder Feldthymian (Quendel). Der bekannte Gewürz – Salbei (Salvia officinalis), Rosmarin und Lorbeer wurden dabei erst im Mittelalter in unsere Kulturlandschaft eingeführt, ebenso das Sandelholz.

In Äthiopien wird heute noch nach Kaffeezeremonien mit Weihrauch geräuchert und in Ägypten räuchert man mit einer bestimmten Mischung (Kyphi), um die Alltagssorgen loszulassen.

Auch in ländlichen Regionen im süddeutschen Raum (Bayern) oder Österreich (Südtirol) wird heutzutage immer noch geräuchert, allerdings weniger mit Weihrauch, viel häufiger mit heimischen Pflanzen.

Wie man sieht, hat das Räuchern eine jahrtausendalte Tradition. Doch das Räuchern trifft auch den Nerv der heutigen Zeit. Die moderne Gesellschaft entdeckt das Räuchern gerade wieder.